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Sie befinden sich hier: Startseite / Fachartikel / Familienrecht / Steuerliche Konsequenzen bei einer Trennung
   Familienrecht
Steuerliche Konsequenzen bei einer Trennung
 
Autor: Anette Dieckmann
Kanzlei: Daube & Kämereit
Ort: 45130 Essen
erstellt am: 29.06.06
 
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Steuerliche Konsequenzen bei einer Trennung

Viele Ehepaare wissen nicht, dass die Möglichkeit der steuerlichen Zusammenveranlagung (Split­ting) nur gewährt wird, wenn zwei Voraussetzungen gleichzeitig vorliegen: Eine gültige Ehe und ein gemeinschaftliches Wohnen. Fällt bei einer Trennung letztere Voraussetzung weg, ge­währt das Finanzamt nur noch für den Rest des laufenden Jahres die Möglichkeit, sich als Ehepaar steu­er­lich zusammen zu veranlagen.

In dem Folgejahr ist eine getrennte Veranlagung vom Gesetzgeber vor­ge­se­hen.

Dies kann durchaus erhebliche Nachteile mit sich bringen, insbesondere dann, wenn zwischen den Eheleuten ein erhebliches Einkommensgefälle besteht oder lediglich ein Ehepartner über Ar­beits­ein­kom­men verfügt. Bei einer bevorstehenden Trennung sollten also auch diese Ge­sichts­punk­te mit dem Anwalt erörtert werden. Eine Trennung Ende Dezember sollte auf jeden Fall vermieden werden. Der Auszug sollte auf Januar verschoben werden damit für ein komplettes Jahr zusätzlich die Möglichkeit der steuerlichen Zusammenveranlagung gewährt wird.

Auch ein Versöhnungsversuch sollte nicht außer acht gelassen werde. Ziehen Eheleute noch einmal für 1-2 Wochen wieder in einer Wohnung zusammen, um den Versuch einer Versöhnung vorzunehmen, bedeutet dies für das Finanzamt, dass in die­sem Jahr ein Zusammenleben stattgefunden hat. Für das komplette Jahr kann dann das Ehe­paar die steuerliche Zusammenveranlagung durchführen.

Sind die Folgen der getrennten Veranlagung nicht mehr zu vermeiden, besteht durchaus die Mög­lich­keit, noch in gewissem Umfang Nachteile aufzufangen. Der Gesetzgeber gibt hier die Möglichkeit des sogenannten "Realsplittings". Dabei wird die Möglichkeit eröffnet, den ge­zahl­ten Ehegattenunterhalt vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen steuerlich abzusetzen. Da­durch werden auf Seiten des Unterhaltsverpflichteten Steuern gespart. Im Gegenzug dazu muss jedoch der Unterhaltsberechtigte die Unterhaltsleistungen als Einkommen versteuern. Hat zum Beispiel der Unterhaltsberechtigte Ehegatte kein eigenes Einkommen, bleiben meistens die Un­ter­halts­zah­lun­gen unterhalb der Steuergrenze, so dass auf Seiten des Un­ter­halts­be­rech­tig­ten keine Steuern anfallen. Es bleibt dann bei dem Vorteil des Unterhaltsverpflichteten, den Unterhalt steu­er­lich geltend zu machen.

Dies sollten Sie im Einzelnen mit Ihrem Anwalt besprechen, um die Nachteile einer steuerlichen ge­trenn­ten Veranlagung zu vermeiden oder zumindestens abzumildern.

Ganz wichtig ist, wenn die Eheleute ein Einfamilienhaus besitzen, dass noch im Jahr der Trennung geklärt wird, wer von bei­den Eheleuten das Einfamilienhaus übernimmt oder ob es verkauft werden soll. Hier spielt ei­ne Rolle, dass der Gesetzgeber eine 10-Jahresfrist für die sogenannte "Spekulationssteuer" ein­ge­führt hat. Sollte das Objekt also zu einem höheren Preis verkauft werden, als es an­ge­schafft wurde, entsteht steuerlich ein sogenannter "Gewinn". Dieser wird auch dann realisiert, wenn das Haus nicht verkauft wird, sondern im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung von ei­nem Ehepartner dem anderen Ehepartner übertragen wird.

Die steuerlichen Nachteile fallen dann nicht an, wenn es sich noch um eine selbst genutzte Im­mo­bi­lie handelt. Dies setzt jedoch voraus, dass im Jahr der Vereinbarung noch beide Ehe­leu­te in der Immobilie gewohnt haben. Ansonsten drohen im Rah­men der Vermögensauseinandersetzung erhebliche steuerliche Nachteile. Es ist daher dringend dazu ange­ra­ten werden, möglichst kurzfristig sich auch darüber beim Fachmann beraten zu lassen.

Autor (ViSdP): Anette Dieckmann, Daube & Kämereit, 45130 Essen


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


 
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