Home | Anwaltsuche | Fachartikel | Autoren | Für Anwälte | Jura | Kontakt
 
 
Navigation
»Arbeitsrecht
»Baurecht und Architektenrecht
»Erbrecht
»Familienrecht
»Handels- und Gesellschaftsrecht
»Insolvenzrecht
»Internetrecht - Onlinerecht - Ebay
»Medizinrecht
»Mietrecht und Pachtrecht
»Sozialrecht
»Steuerrecht
»Strafrecht
»Transport- und Speditionsrecht
»Urheber- und Medienrecht
»Verkehrsrecht
»Versicherungsrecht
»Verwaltungsrecht

»Abfallrecht
»Agrarrecht
»Aktienrecht
»Architekten- und Ingenieurrecht
»Arzt- und Kassenrecht
»Arzthaftungsrecht - Arzthaftung
»Bank- und Börsenrecht
»Baurecht, privates
»Binnenschifffahrtsrecht
»Datenschutzrecht
»Deutsch-spanisches Recht
»Energiewirtschaftsrecht
»Familienrecht, internationales
»Forderungseinzug
»Gewerberecht
»GmbH-Recht
»Haftungsrecht, freie Berufe
»Haftungsrecht, Steuerberater
»Handels- und Wirtschaftsrecht
»Immobilienrecht
»Internationales Privatrecht
»Internationales Recht
»Jagd- und Waffenrecht
»Jugendstrafrecht
»Kapitalanlagenrecht
»Kapitalstrafrecht
»Kaufrecht
»Leasingrecht
»Maklerrecht
»Marken- und Domainrecht
»Medienrecht
»Nachbarrecht
»Opferschutzrecht
»Pferderecht
»Presserecht
»Printmedienrecht
»Produkthaftungsrecht
»Recht des öffentlichen Dienstes
»Reiserecht
»Rentenrecht
»Schadenersatzrecht
»Schuldrecht
»Sportrecht
»Steuerstrafrecht
»Strafverfahrensrecht
»Strafvollzugsrecht
»Telekommunikationsrecht
»Verbraucherinsolvenz
»Vereins- und Verbandsrecht
»Vergaberecht
»Verkehrsstrafrecht
»Verkehrsverwaltungsrecht
»Vermögensrecht
»Vertragsrecht
»Wehrrecht
»Wettbewerbsrecht - Werberecht
»Wirtschaftsrecht
»Wirtschaftsstrafrecht
»Wohnungseigentumsrecht
»Zivilrecht, allgemein
»Zwangsvollstreckungs-Recht
 
Sie befinden sich hier: Startseite / Fachartikel / Mietrecht und Pachtrecht / Beschimpft, beleidigt, rausgeworfen: Reicht das für eine Kündigung?
   Mietrecht und Pachtrecht
Beschimpft, beleidigt, rausgeworfen: Reicht das für eine Kündigung?
 
Autor: Dr. Michael Zecher
Kanzlei: Dres. Zecher & Collegen
Ort: 74360 Ilsfeld
erstellt am: 27.07.09
 
Profil anzeigen
mehr Fachartikel dieses Autors
mehr Mietrecht und Pachtrecht
Artikel drucken
     

Beschimpft, beleidigt, rausgeworfen: Reicht das für eine Kündigung?
Zugegeben: Manchmal ist es nur ein schmaler Grat zwischen einer bloßen Unhöflichkeit und einer handfesten Beleidigung. Doch die Folgen können gravierend sein. Ein schlechtes Benehmen müssen Sie schlucken, während Sie bei einer Beleidigung auch schon mal kündigen dürfen.

Schwere Beleidigung oder "nur" normaler Umgangston? Die Antwort ist eindeutig, wenn Ihnen Ihr Mieter bei der Wohnungsbesichtigung rüde mit den Worten "Halt's Maul" über den Mund fährt. Fordert er Sie noch mit "Verschwinde!" deutlich auf, seine Wohnung zu verlassen und schiebt er noch ein "Ihr lügt doch!" hinterher, ist das ein fristloser Kündigungsgrund. Das hat das Landgericht Berlin so entschieden (LG Berlin, Beschluss v. 18.11.2008, 67 T 134/08).

Der Vermieter muss während einer angekündigten Wohnungsbesichtigung keine Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Ein Vermieter aus Berlin wollte sich die Mietwohnung nur ansehen, weil sich der Mieter über Schimmel beschwert hatte. Dabei wies er den Mieter freundlich darauf hin, dass lediglich gekippte Fenster nicht ausreichen würden, die Wohnung richtig zu lüften. Der Mieter konnte die Fenster jedoch nicht zum Stoßlüften öffnen, weil ein Schrank zu nah am Fenster stand. Außerdem wiesen Verschmutzungen und Einrichtungsgegenstände darauf hin, dass hier wohl schon länger kein Fenster mehr geöffnet worden war.

Der Mieter zeigte sich überrascht, als ihm sein Vermieter wegen der Beleidigungen kündigte: Das sei schließlich sein "normaler Umgangston!". Tatsächlich war es jedoch so, dass der Mieter letzten Endes den Vermieter aus der Wohnung warf. "Ein einmaliger Ausraster!", argumentierte der Mieter. Doch dafür hatte es nach Ansicht des Gerichts keinen Anlass gegeben: Es gab weder eine hitzige Debatte noch handelte es sich nur um eine unbedachte, verzeihliche Bemerkung, die sich so ohne Weiteres als spontaner Ausraster entschuldigen ließe. Die fristlose Kündigung war gerechtfertigt.

Höflich aber bestimmt - dieser Verhaltenskodex gilt für beide Seiten!
Schreibt Sie Ihr Mieter immer mit "sehr geehrtes Vermieterlein" an, ist das zwar eine Missachtungskundgabe, das reicht aber noch nicht für eine fristlose Kündigung (LG Berlin, Urteil v. 13.06.2008). Bezeichnet Sie Ihr Mieter dagegen als dusselig und fordert er Sie auf, Ihr Spatzenhirn anzustrengen und nachzudenken, ist das ein fristloser Kündigungsgrund (AG München, Urteil v. 21.10.2008).

Autor (ViSdP): Dr. Michael Zecher, Dres. Zecher & Collegen, 74360 Ilsfeld


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


 
SeitenanfangSeitenanfang
 

Anwaltzentrale.de – Ein Service der cemore GmbH
Lindenstraße 102a | 49393 Lohne | Deutschland
Tel.: +49 4442/8027-0 | Fax.: +49 4442/8027-29 | E-Mail: info@cemore.de

Impressum | Anwaltsuche | Fachartikel | Autoren | Für Anwälte | Über uns | Kontakt | Fachartikel Sitemap

Anwaltzentrale.de führt keine Rechtsberatung durch.
Alle verwendeten Markennamen und Bezeichnungen sind eingetragene Warenzeichen und Marken der jeweiligen Eigentümer.