Home | Anwaltsuche | Fachartikel | Autoren | Für Anwälte | Jura | Kontakt
 
 
Navigation
»Arbeitsrecht
»Baurecht und Architektenrecht
»Erbrecht
»Familienrecht
»Handels- und Gesellschaftsrecht
»Insolvenzrecht
»Internetrecht - Onlinerecht - Ebay
»Medizinrecht
»Mietrecht und Pachtrecht
»Sozialrecht
»Steuerrecht
»Strafrecht
»Transport- und Speditionsrecht
»Urheber- und Medienrecht
»Verkehrsrecht
»Versicherungsrecht
»Verwaltungsrecht

»Abfallrecht
»Agrarrecht
»Aktienrecht
»Architekten- und Ingenieurrecht
»Arzt- und Kassenrecht
»Arzthaftungsrecht - Arzthaftung
»Bank- und Börsenrecht
»Baurecht, privates
»Binnenschifffahrtsrecht
»Datenschutzrecht
»Deutsch-spanisches Recht
»Energiewirtschaftsrecht
»Familienrecht, internationales
»Forderungseinzug
»Gewerberecht
»GmbH-Recht
»Haftungsrecht, freie Berufe
»Haftungsrecht, Steuerberater
»Handels- und Wirtschaftsrecht
»Immobilienrecht
»Internationales Privatrecht
»Internationales Recht
»Jagd- und Waffenrecht
»Jugendstrafrecht
»Kapitalanlagenrecht
»Kapitalstrafrecht
»Kaufrecht
»Leasingrecht
»Maklerrecht
»Marken- und Domainrecht
»Medienrecht
»Nachbarrecht
»Opferschutzrecht
»Pferderecht
»Presserecht
»Printmedienrecht
»Produkthaftungsrecht
»Recht des öffentlichen Dienstes
»Reiserecht
»Rentenrecht
»Schadenersatzrecht
»Schuldrecht
»Sportrecht
»Steuerstrafrecht
»Strafverfahrensrecht
»Strafvollzugsrecht
»Telekommunikationsrecht
»Verbraucherinsolvenz
»Vereins- und Verbandsrecht
»Vergaberecht
»Verkehrsstrafrecht
»Verkehrsverwaltungsrecht
»Vermögensrecht
»Vertragsrecht
»Wehrrecht
»Wettbewerbsrecht - Werberecht
»Wirtschaftsrecht
»Wirtschaftsstrafrecht
»Wohnungseigentumsrecht
»Zivilrecht, allgemein
»Zwangsvollstreckungs-Recht
 
Sie befinden sich hier: Startseite / Fachartikel / Pferderecht / Reitstunde mit Folgen…
   Pferderecht
Reitstunde mit Folgen…
 
Autor: Frank Richter
Kanzlei: Rechtsanwalt
Ort: 69221 Dossenheim
erstellt am: 05.05.08
 
Profil anzeigen
mehr Fachartikel dieses Autors
mehr Pferderecht
Artikel drucken
     

Reitstunde mit Folgen…
Der BGH hatte mit Urteil vom 06.07.1999, VI ZR 170/98, über eine – wenn nicht die – Standardkonstellation eines Unfalles während einer Reitstunde zu entscheiden. Sein Urteil lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Pferdehalter haftet auch dann, wenn der Unfall nicht unmittelbar durch das tierische Verhalten, sondern dadurch herbeigeführt worden ist, dass der Reiter aufgrund einer durch das tierische Verhalten hervorgerufenen und anhaltenden Verunsicherung vom Pferd fällt.

Die Klägerin begehrt aus abgetretenem Recht ihrer Tochter, der verunfallten Reitschülerin, Schadensersatz und Schmerzensgeld aufgrund eines Unfalles, den diese im Reitunterricht bei der Reitlehrerin des beklagten Reitvereins erlitten hat.

Die Tochter der Klägerin hatte ihre neunte oder zehnte Reitstunde. Sie nahm erstmals an einem Abteilungsreiten mit der Stute Biggy teil, nachdem sie zuvor an der Longe bzw. im Einzelunterricht den Wallach Loriot geritten hatte. Auch die Reitlehrerin war ihr bis dahin nicht bekannt. Gegen Ende der Reitstunde fiel die Tochter vom Pferd und zog sich dabei Verletzungen zu.

Die Tochter bekam während der Reitstunde mit Biggy Schwierigkeiten, diese war plötzlich ausgebrochen, losgaloppiert und sodann in einer Hallenecke abrupt stehengeblieben. Die Geschädigte versuchte, das Pferd durch Schenkeldruck und Anziehen der Zügel unter Kontrolle zu bringen, was ihr nicht gelang. Durch das plötzliche Stehenbleiben aus dem Galopp heraus stürzte die Tochter auf den Boden der Reithalle und zog sich dabei eine Fraktur des fünften Lendenwirbels mit der konkreten Gefahr einer Querschnittlähmung zu.

Der Unfall hat sich durch ein unberechenbares und selbständiges, der tierischen Natur des Pferdes entsprechendes Verhalten verwirklicht. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht fest, dass Biggy plötzlich aus eigenem Antrieb angaloppiert ist. Dadurch wurde die Tochter so stark verunsichert, dass es ihr nicht mehr gelang, sich auf dem Pferd zu halten, nachdem dieses bereits zum Stehen gekommen war. Die hierdurch bewirkte Verunsicherung hat über die Zeit der Fortbewegung des Pferdes hinaus angedauert.

Ein Mitverschulden der Geschädigten war nicht gegeben. Auch nach dem gebotenen strengen Maßstab, hat die Geschädigte das Pferd sachgerecht zum Stehen gebracht. Dass sie in der Gefahrenlage in Angst geriet und diese zum Zeitpunkt des Unfalles noch andauerte, kann ihr als „krasser Anfängerin“ nicht vorgeworfen werden. Die Teilnahme am Unterricht trotz nicht optimaler Umstände gereicht ihr ebenfalls nicht zum Vorwurf, weil sie sich auf die zutreffende Einschätzung des Risikos durch die Reitlehrerin verlassen durfte.

Zwar muss der Reitschüler den Reitlehrer über die Umstände aufklären, die dessen Entscheidung über die Teilnahme des Schülers am Reitunterricht beeinflussen können. Eines Hinweises an die Reitlehrerin bedurfte es hier dennoch nicht, denn die Reitlehrerin selbst hatte die Einschätzung, die Geschädigte habe sich am Unfalltag „nicht in bester körperlicher Verfassung befunden“. Auch durfte sich die Reiterin, deren „Indisponiertheit“ die Reitlehrerin tatsächlich erkannt hatte, darauf verlassen, dass diese das Risiko zutreffend einschätzen werde.
Einem Reitschüler kann man nicht als Mitverschulden vorhalten, dass er trotz Ängstlichkeit am Reitunterricht teilgenommen habe.

Eine Rechtsschutzversicherung kann die nicht unerheblichen Prozessrisiken, die durch die Notwendigkeit von Gutachten ggf. verschärft werden, abfedern. Denn auch der Prozessgewinner kann auf beträchtlichen Kosten sitzen bleiben, wenn der Schuldner nicht liquide ist, zumal die außergerichtlichen Anwaltskosten des Angegriffenen in der Regel nie vom Angreifer zu erstatten sind

Autor (ViSdP): Frank Richter, Rechtsanwalt, 69221 Dossenheim


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


Anzeige: Ihre Reitsportartikel können sie prima im Onlineshop von Mobur - der Reitersport Shop kaufen. Dort finden Sie ein ausgewogenes Sortiment rund um den Reitsport.


 
SeitenanfangSeitenanfang
 

Anwaltzentrale.de – Ein Service der cemore GmbH
Lindenstraße 102a | 49393 Lohne | Deutschland
Tel.: +49 4442/8027-0 | Fax.: +49 4442/8027-29 | E-Mail: info@cemore.de

Impressum | Anwaltsuche | Fachartikel | Autoren | Für Anwälte | Über uns | Kontakt | Fachartikel Sitemap

Anwaltzentrale.de führt keine Rechtsberatung durch.
Alle verwendeten Markennamen und Bezeichnungen sind eingetragene Warenzeichen und Marken der jeweiligen Eigentümer.