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   Vereins- und Verbandsrecht
Probleme und Chancen bei Zusammenschlüssen von Vereinen
 
Autor: Frank Richter
Kanzlei: Rechtsanwalt
Ort: 69221 Dossenheim
erstellt am: 13.08.07
 
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Probleme und Chancen bei Zusammenschlüssen von Vereinen
Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Vereinsbereich zeichnet sich die Notwendigkeit immer stärker ab, zu wachsen und Kräfte zu bündeln. Immer weniger Fördermittel und Sponsoren stehen einer gleich bleibend hohen Zahl von Sportvereinen gegenüber, die durchaus sämtlich förderungswürdig sind. Oft lassen sich ehrgeizige sportliche Ziele – insbesondere im Mannschaftssportbereich – auch erst gemeinsam erreichen.

Daher haben sowohl einige Vereine, aber auch öffentliche Förderer (Sportbünde oder Kommunen) durchaus ein Interesse daran, durch Fusionen die Zahl der Vereine zu verringern ohne das Angebot an die Bevölkerung zu kürzen und trotzdem Fördermittel in Zeiten knapper Kassen optimal einsetzen zu können.

Diese Vielzahl an Vereinen, auf die wir einerseits zu Recht stolz sein können, hat durchaus ihre Gründe und Berechtigung. Denn auch disziplingleiche Vereine unterscheiden sich oft in ihrer Mitgliederstruktur und Ausrichtung aber auch in puncto finanzieller Möglichkeiten.
Freizeit- oder Breitensportvereine passen eben schlecht zu turniersportlich ambitionierten Kaderschmieden. Ländlich-gesellige Vereine sprechen andere Mitglieder an als akademisch-elitäre Clubs.

Andererseits ist es für kleine Vereine immer schwerer, die nötige öffentliche Beachtung zu finden. Wettkämpfe lassen sich oft nicht mit 20 Mann organisieren und ohne öffentliche Veranstaltungen ist eine Außenwirkung des Vereins nur sehr schwer erzielbar. Sponsoren wollen eine breite Werbewirkung durch eine große Mitgliederzahl und interessante Veranstaltungen und Angebote, auch Zeitungen berichten lieber über Großveranstaltungen. Aber auch die Alltagsarbeit ist für personell besser gestellte Vereine meist einfacher.

Ein Verein muss heute ein breit aufgestelltes Unternehmen sein. Neben dem Kerngeschäft „sportliche Betätigung“, die in Form von bezahlten Übungsstunden für Kunden oder von gemeinsamer Feierabendbetätigung mit Vereinskameraden ablaufen kann, muss ein Verein eine funktionierende PR-Abteilung haben, die Zeitungen mit vorbereiteten Meldungen und Berichten versorgt und das Angebot des Vereins in geeigneter Weise kundtut, Gebäude und Anlagen müssen in Stand gehalten und verwaltet, Sportgeräte oder Hilfsmittel beschafft und Mitgliedbeiträge eingezogen werden. Eine korrekte Buchhaltung ist aus steuerlichen und haftungsrechtlichen Gesichtspunkten unabdingbar. Jugendarbeit ist ebenso wichtig, wie Angebote für langjährige Mitglieder, Spät- oder Wiedereinsteiger.

All diese Aufgaben qualifiziert zu erfüllen fällt einem mitgliederstarken Verein in der Regel leichter, da dort die Personalreserven, also die Zahl der Menschen, die – auch zeitlich – bereit und in der Lage ist, ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben, meist größer sind.

Wollen oder müssen – auf Druck von Förderern, Kommunen oder Dachverbänden – daher Vereine zusammenarbeiten, kann dies auf vielfältige Weise geschehen:

Zum Einen gäbe es die Möglichkeit einer Kooperation, bei der beide Vereine übereinkommen, in bestimmten Teilbereichen zusammenzuarbeiten, beispielsweise eine Sporthalle gemeinsam zu errichten und zu nutzen und so Kosten einzusparen. Hierbei gibt es meist wenig Probleme, da Kooperationen weder zu personellen Verflechtungen führen, noch die Identität und Eigenständigkeit der beteiligten Vereine gefährdet ist.

Die wohl schwierigste Variante ist die gleichberechtigte Fusion. Hierbei ist darauf zu achten, dass die positiven Seiten beider Altvereine erhalten bleiben und die Eigenheiten und besonderen Profile der Vereine sich nun sinnvoll ergänzen. Insbesondere muss dieses „Vereinigungsgleichgewicht“ auch so abgesichert werden, dass nicht nach der Fusion die aktiven Ex-Mitglieder des Altvereins 1 in einer Mitgliederversammlung die Ex-Mitglieder des Altvereins 2 durch geschlossenes Erscheinen überstimmen und so den „Einigungsvertrag“ per Satzungsänderung einseitig abschaffen.

Einfacher dagegen wäre ein Anschluss des einen Vereins an den Anderen, beispielsweise als ein neues Ressort des Hauptvereins. Aber auch hier kann auf die Erhaltung von bewährten Strukturen zu achten sein.

Im Falle eines deutlichen finanziellen Gefälles zwischen beiden Fusionswilligen wäre die Auflösung des verschuldeten Vereins und der (geschlossene) Beitritt seiner Mitglieder zum anderen Verein zu erwägen, hierbei wären aber nicht nur die Schulden, sondern auch alle Namens- und Besitzrechte oder bewährten Besonderheiten wie zum Beispiel gute Geschäftsbeziehungen zu Sponsoren oder Lieferanten des liquidierten Vereins unwiederbringlich dahin. Kühles Rechnen ist daher gefragt, es kann daher durchaus sein, dass es sich lohnt, Verbindlichkeiten des anderen Vereins zu übernehmen, wenn Aussicht besteht, gemeinsam die Schulden abbauen zu können und dann trotzdem auf die Kontakte und Beziehungen beider Altvereine zurückgreifen zu können. Auch wäre in diesem Fall keineswegs gesichert, dass möglichst viele Mitglieder des aufzulösenden Vereins mitgenommen werden und die Interessen beider neuen Gruppen im Verein zumindest für eine Übergangszeit gewahrt sind.

Ebenfalls möglich wäre eine gemeinsame Neugründung eines Vereins, in den dann beide Vereine als mehr oder weniger autonome Abteilungen eingegliedert werden.

Die Wahl der Mittel muss je nach Interessenlage der Beteiligten, den jeweiligen Kräfteverhältnissen und nach Sachlage getroffen werden, damit die Zukunft des neuen Vereins nicht durch die Vergangenheit der alten Vereine behindert wird.

So wie nicht jede Fusion sinnvoll ist, macht es auch oft keinen Sinn, sich an überkommene Traditionen zu klammern.

Vor allem ist bei einer Vereinsfusion zu Berücksichtigen, dass die Mitglieder mitgenommen und eingebunden werden müssen. Im Gegensatz zu einer Unternehmensfusion, die meist auf Arbeitsplatzabbau ausgerichtet ist und die Zustimmung der Arbeitnehmer nur in engen Grenzen benötigt kommt es hier darauf an, nicht nur die Interessen der beteiligten Vereine, sondern auch jedes einzelnen Mitglieds bestmöglich zu berücksichtigen, damit sich auch in dem neuen Verein alle Mitglieder wohl fühlen und es durch die Fusion zu einem deutlichen Mitgliederzuwachs und damit zu dem erstrebten Zweck der Stärkung der Vereinsarbeit kommen kann.


Hinweis: Sie dürfen diesen Artikel ohne Veränderungen zum Privatgebrauch oder zum vereinsinternen Gebrauch gerne frei kopieren und weitergeben. Für die kommerzielle Nutzung ist das vorherige Einverständnis des Autors einzuholen.

Autor (ViSdP): Frank Richter, Rechtsanwalt, 69221 Dossenheim


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


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