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   Arbeitsrecht
Klauen führt nicht zur Kündigung
 
Autor: Dr. iur. Thomas Schulte
Kanzlei: Dr. Schulte und Partner - Rechtsanwälte
Ort: 10717 Berlin
erstellt am: 13.06.06
 
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Klauen führt nicht zur Kündigung

Arbeitsgericht Frankfurt (Az. 18 Ca 1687/05): Klauen führt nicht zur Kündigung – neues Urteil: Arbeitnehmerdiebstahl rechtfertigt nicht in jedem Fall die Kündigung!

Zum gesicherten Wissen der Menschheit und des Arbeitsrecht gehört die Erkenntnis: Diebstahl führt zur Kündigung. Wir erinnern uns an die Bibel: Eva und Adam wurde die Rolle als erste Menschen im Paradies von Gott fristlos gekündigt, nachdem die Mitarbeiterin Eva sich an den Kirschen des Arbeitsgebers Gott vergriffen hatte. In einem aktuellen Fall vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Az. 18 Ca 1687/05) war ähnliches mit verbotenen Früchten zu entscheiden.

Eine freche Fleischverkäuferin hatte an dem Arbeitsplatz 120 Gramm Weintrauben gegessen und diese dann nicht bezahlt. Daraufhin wurde dieser Eva von der Supermarktleitung fristlos gekündigt. Die Klage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt war allerdings erfolgreich. Die Kündigung sei unwirksam urteilten die Richter. Die Mitarbeiterin habe rund siebzehn Jahre beanstandungsfrei gearbeitet und sei bereits 56 Jahre alt. Bei der notwendigen Interessenabwägung sei zu berücksichtigen, daß zwar eine schwere Vertragsverletzung vorliegen würde, aber keine Kündigung gerechtfertigt sei. Diese Urteil wirft interessante Abgrenzungsfragen auf: Wie wäre der Fall zu beurteilen, falls die Mitarbeiterin z.B. 500 Gramm Trauben gegessen hätte? Mit anderen Worten: Die Regelung, daß Mitarbeiterdiebstahl immer ein fristloser Kündigungsgrund ist, macht Sinn. Es ist schließlich schwierig zu beurteilen für den Arbeitgeber und einzuschätzen, wann eine Kündigung möglich ist. Ein bißchen Klauen ist erlaubt? Diese Lösung kann nicht richtig sein, weil nicht einerseits die Rechtssprechung bei privatem Surfen am Arbeitsplatz schon wenige Minuten ausreichen lässt, um einen Mitarbeiter zu kündigen und dann ein anderes Urteil den klassischen Mitarbeiterdiebstahl relativiert. Warum darf ein Mitarbeiter, der vom dem Lebensalter näher an der Altersgrenze ist, mehr und öfter stehlen als ein junger Mitarbeiter. Warum wird denn die Selbstverständlichkeit, den Arbeitgeber nicht zu bestehlen oder der Umstand sich über sechszehn Jahre nicht erwischen zu lassen, zu Gunsten des Arbeitnehmers ausgelegt.

Das Urteil ist damit eine klassische Fehlentscheidung, dem Gericht kann empfohlen werden, doch noch einmal in die Bibel zu schauen und sich an Gott und seiner klaren Haltung zum Thema „Früchtediebstahl“ ein Vorbild zu nehmen. Eine ganz andere Frage ist: Warum hat die Fleischverkäuferin keine Wurstwaren in dem Supermarkt verspeist? War die Mitarbeiterin vielleicht daran beteiligt, abgelaufene Fleisch- und Wurstwaren einfach um zu packen und dann mit einem neuen Verfallsdatum zu versehen? Diese Praxis soll ja üblich sein…..Wußte die Mitarbeiterin zu viel? Mußte die Mitarbeiterin deshalb zum Obst greifen?

Autor (ViSdP): Dr. iur. Thomas Schulte, Dr. Schulte und Partner - Rechtsanwälte, 10717 Berlin


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


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