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   Kapitalanlagenrecht
Pro Novo - Millionenbetrug an Anlegern
 
Autor: Dr. iur. Thomas Schulte
Kanzlei: Dr. Schulte und Partner - Rechtsanwälte
Ort: 10717 Berlin
erstellt am: 27.11.06
 
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Pro Novo - Millionenbetrug an Anlegern

Berlin/Hamburg Um insgesamt 3,7 Millionen Euro hat eine internationale Betrügerbande Kapitalanleger in Deutschland und der Schweiz erleichtert. Nach Angaben der Hamburger Polizei wurde der 34 Jahre alte mutmaßliche Bandenchef und Drahtzieher bereits am vergangenen Donnerstag in einem Berliner Internetcafé verhaftet. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen haben die Täter unter dem Firmennamen „Pro Novo“ gemeinsam zwischen März 2003 und Februar 2005 Anlegern zahlreiche Termingeschäfte angeboten, ohne diese jemals durchzuführen. Insgesamt wurden 94 Kapitalanleger hinters Licht geführt.

Wie die meisten Betrügerbanden arbeiteten auch der mutmaßliche Haupttäter und seine Komlizen grenzüberschreitend und perfekt organisiert. Der Kopf der Bande hatte in Schwerin Büros angemietet und war offenbar von dort aus hauptsächlich tätig. Möglicherweise sind auch Kapitalanleger aus Mecklenburg-Vorpommern geschädigt. Kunden der Firma „Pro Novo“ sollen sich jedenfalls beim LKA Hamburg melden, so die Ermittler. In Hamburg, Berlin und dem schweizerischen St. Gallen wurden gestern mehrere Wohnungen durchsucht, was zur Sicherstellung weiterer Beweise führte.

Spektakuläre Flucht – Porsche sichergestellt
Bereits im August 2004 waren die Spezialisten des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) dem Haupttäter auf der Schliche. Bei der Wohnungsdurchsuchung sprang dieser aber aus der dritten Etage seines Wohnhauses und konnte entkommen. Immerhin konnten 40 000 Euro, zwei Rolex-Uhren und ein Porsche sichergestellt werden. Der Verdächtige setzte sich nach den bishrigen Ermittlungsergebnissen sodann in die Schweiz ab. Dort setzte er seine Betrügereien fort. In St. Gallen gründete er die Firma "Pro Novo". Gemeinsam mit anderen Bandenmitgliedern bot er arglosen Anlageinteressenten festverzinsliche Wertpapiere und Termingeschäfte an. Nach Polizeiangaben transferierte die Bande alle vereinnahmten Gelder aber über Schweizer und deutsche Konten in die Türkei, anstatt sie anzulegen. Bei seiner Verhaftung wies sich der Verdächtige mit einem gefälschten italienischen Ausweis aus. Bei den nachfolgenden Wohnungsdurchsuchungen wurde weiteres Beweismaterial sichergestellt. Über den Prozess werden wir berichten.

Autor (ViSdP): Dr. iur. Thomas Schulte, Dr. Schulte und Partner - Rechtsanwälte, 10717 Berlin


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


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