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   Bank- und Börsenrecht
Laut BKA nimmt das Cybercrime zu – Anstieg auch der Phishing-Fälle?
 
Autor: Rechtsanwalt Dr. iur. Ulrich Schulte am Hülse
Kanzlei: ilex Rechtsanwälte
Ort: 14469 Potsdam
erstellt am: 26.10.15
 
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Laut BKA nimmt das Cybercrime zu – Anstieg auch der Phishing-Fälle?

Die digitale Kommunikation über das Internet bringt die Möglichkeit der Anonymisierung mit sich. Dies machen sich Straftäter zu Nutze. Das zielgerichtete Leeren fremder Konten durch Internetkriminelle mittels einer Schadsoftware (Phishing) ist ein typisches Beispiel für Identitätsmissbrauch mit Internetverkehr. Aus den vom Bundeskriminalamt (BKA) am 06.10.2015 veröffentlichten Zahlen im „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014“ ergibt sich, dass Straftaten der Internetkriminalität einen beunruhigenden Zuwachs erreicht haben.

Was ist
„Cybercrime“?

„Cybercrime“ (früher: „IuK-Kriminalität“) ist das Ausnutzen von Informations- und Kommunikationstechnik zur Begehung von Straftaten. Dazu gehören heute vor allem Computerbetrug, das Ausspähen und Abfangen von Daten (Phishing), die Datenveränderung und die Fälschung beweiserheblicher Daten. Eine herausgehobene Stellung unter den Fallzahlen haben Angriffe auf das Online-Banking mittels einer Schadsoftware (Phishing) sowie sonstiger Identitätsbetrug.

Zahlen im Jahr 2014

In Bezug auf Cybercrime hat das Bundeskriminalamt 49.925 Fälle im Jahr 2014 ermittelt. Dies ist jedoch nur ein Bruchteil der Fälle, die in diesem Bereich tatsächlich erfasst und angezeigt werden. Bereits 2013 wurde in einer Studie für den Bereich Cybercrimestraftaten ein Dunkelfeld von 91% prognostiziert. Eine 2015 veröffentlichte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des „WISIND-Projektes“ geförderte Studie ging von jährlich 14,7 Millionen Fällen der Internetkriminalität aus. 84% fallen dabei in den Bereich „Phishing, Identitätsbetrug und Angriffe mittels Schadsoftware“.

Wie hoch ist der Schaden insgesamt?

Die Studie im Rahmen des „WISIND-Projektes“ geht allein in Deutschland von einem jährlichen Gesamtschaden von 3,4 Milliarden Euro aus, der durch die Fälle des „Cybercrime“ hervorgerufen wird. Darunter sind Straftaten wie der Diebstahl von Online-Identitäten und Passwörtern, Onlinebetrug mit Waren- und Dienstleistungen sowie Angriffe durch Schadsoftware (Phishing).

Allein Letzteres (Phishing), verursacht laut WISIND-Schätzung einen um den Faktor 50 höheren Schaden etwa, als es die zur Anzeige gebrachten Straftaten in diesem Bereich erahnen lassen. Den größten Teil (63%) machen darunter die Angriffe mittels einer Schadsoftware (Phishing) aus. Eine dermaßen hohe Schadenssumme kommt zu Stande, da der überwiegende Teil der Internetkriminellen finanziell motiviert handelt.

Bezug zum Phishing

Die Zahlen aus dem „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014“ werden erweitert durch das „Bundeslagebild Cybercrime 2014“, welches ebenfalls vom BKA kurz zuvor auf der Cybercrime Conference C3 vorgestellt wurde. Möglich erscheint ein Vergleich der Daten und Zahlen aus dem „Bundeslagebild Cybercrime 2013“ in Bezug auf die im Inland aufgeklärten Taten des Phishing im Online Banking. Hier stiegen die Delikte von 4.096 Vorfällen beim Phishing im Jahre 2013 auf 6.984 Phishing Fälle im Jahr 2014. Damit wurde der bisherige Höchststand aus dem Jahre 2011 (6.422 Fälle) erstmals zu einem neuen Zahlenrekord übertroffen. Der möglicherweise durch das mTAN-Verfahren bedingte Rückgang in den Jahren 2012 und 2013 wurde wohl dadurch kompensiert, dass heutzutage vermehrt Smartphones und Tablet-PCs sowohl für das Online-Banking, als auch gleichzeitig für den Empfang der mTAN genutzt werden. Dadurch sind die Kommunikationskanäle zumindest nicht mehr getrennt bzw. konnten auch andere Sicherheitslücken ausgemacht werden. Durchschnittlich wurden 4.000 Euro pro Fall des Phishing erbeutet.

Welche Besonderheiten sind im Rahmen der Organisierten Kriminalität zu beachten?

Obwohl sich die Fälle der Organisierten Kriminalität insgesamt verringert haben, haben sich laut den Angaben des BKA im „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014“ die Fälle im Bereich des Cybercrimes im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Somit war im Bereich der Organisierten Kriminalität im Jahre 2014 einen deutlichen Anstieg bei den Internetstraftaten beobachten. Betrug die Cyberkriminalität im Jahr 2013 im Verhältnis zu den anderen Hauptaktivitätsfeldern der Organisierten Kriminalität noch  1%, so waren es im Jahr 2014 bereits 2,1%. Damit steht auf dem Gebiet der Hauptaktivitätsfelder der Bereich Cybercrime inzwischen bereits auf dem 10. Rang der Organisierten Kriminalität insgesamt. Dort dominiert zwar nach wie vor der Bereich Rauschgifthandel/-schmuggel (32,9%). Cyberkriminalität verursachte im Jahre 2014 allerdings im Bereich der Organisierten Kriminalität einen tatsächlich registrierten Schaden von beachtlichen 41 Mio. Euro. Im Vergleich zu den anderen Hauptaktivitätsfeldern der Organisierten Kriminalität liegt der Bereich Cybercrime damit sogar auf dem 5. Platz. Im Verhältnis zum Vorjahr (2013: 15,1 Mio. Euro) bedeutet dies eine Steigung von 172%.

Die Täter

Die Gruppierungen der Organisierten Kriminalität werden im Bereich Cybercrime bzw. im Bereich des Phishing gegenwärtig vorwiegend, so das „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014“, von lettischen Staatsangehörigen dominiert (5 Gruppierungen = 41,7%). Dahinter folgen die ukrainischen Staatsangehörigen (3 Gruppierungen = 25 %). Nur eine Gruppe war von deutschen Staatsangehörigen dominiert.

Autor (ViSdP): Rechtsanwalt Dr. iur. Ulrich Schulte am Hülse, ilex Rechtsanwälte, 14469 Potsdam


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


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