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   Kapitalanlagenrecht
Blockheizkraftwerke bei der RWI Real Wert Invest: Staatsanwaltschaft ermittelt
 
Autor: Rechtsanwalt Dr. iur. Ulrich Schulte am Hülse
Kanzlei: ilex Rechtsanwälte
Ort: 14469 Potsdam
erstellt am: 19.04.12
 
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Blockheizkraftwerke bei der RWI Real Wert Invest: Staatsanwaltschaft ermittelt
Blockheizkraftwerke bei der RWI Real Wert Invest: Staatsanwaltschaft ermittelt

Unter den Anbietern von Investitionen in Blockheizkraftwerken (BHKW), die auch unter der Bezeichnung Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlage) bekannt sind, geraten vermehrt Gesellschaften in den Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Ende 2010 machte zunächst die inzwischen insolvente Nürnberger „GFE – Gesellschaft für erneuerbare Energien mbH“ und die insolvente schweizerische „GFE Energy AG“ von sich reden, die Ihren Kunden, gegen Vorkasse versteht sich, anboten, als Stromerzeuger von den finanziellen Vorteilen des Erneuerbaren Energien-Gesetzes zu profitieren. Geliefert wurden allerdings überwiegend nichts. Das diesbezügliche Ermittlungsverfahren wird von der Staatanwaltschaft Nürnberg-Fürth geführt. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart in Sachen des Mitbewerbers „Erster Mai GmbH“ (der Namen steht für „Erste Mission für Autarkie & Innovation“) ermittelt. Und nun ist innerhalb kürzester Zeit der nächste Anbieter an der Reihe: die RWI Real Wert Invest. Darüber berichtete am 09.12.2011 die Bayerische Staatszeitung (Nr. 49, S. 16) unter der Überschrift „Unterhachinger Unternehmen im Fokus der Justiz -  Betrug mit BHKW‘s“. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Dresden geleitet.

Was bot die RWI Real Wert Invest an?

Während der bei der Denic gemeldete Domaininaber der Website „realwertinvest.de“ Birke Peters aus Elmenhorst ist, wurde diese Seite als Dienstanbieter und laut Impressum von der RWI Real Wert Invest Managementgesellschaft für innovative Investitionen mbH aus München betrieben (AG München HRB 192396). Als Geschäftsführer fungierte Herr Matthias Schmidt. Die Gesellschaft mit Sitz in der Ottobrunner Str. 1 A, in 82008 Unterhaching pries bis vor wenige Wochen auf ihrer Internetseite unter „realwertinvest.de“ die umweltbewusste Investition in sogenannte Blockheizkraftwerke an. Man nannte das Produkt das sogenannte „RWI-KWK-Konzept“, welches auf der Firmenwebsite mit den Schlagworten „effizient, kostengünstig, umweltbewusst und wirtschaftlich“ angepriesen wurde. In dem XING Profil des inhaftierten Geschäftsführers der RWI Real Wert Invest, Herrn Matthias Schmidt, heißt es hierzu: „wir, die RWI Real Wert Invest GmbH machen uns stark für die effiziente, klimaschonende Erzeugung von Strom und Wärme mittels Kraft-Wärme-Koppelung (KWK). (…) Auf den Punkt gebracht: Sie investieren in eine KWK-Anlage und erhalten sichere und hohe laufende Einnahmen, die durch das EEG, EnWG und KWKG geregelt sind. Wir zeigen Ihnen wie Sie als Energieversorger aktiv am Strom- und Wärmeverkauf partizipieren und hohe Gewinne erzielen.“ Laut der Bayerischen Staatszeitung (Nr. 49, S. 16) ist das Unternehmenskonzept vergleichbar mit der „GFE Gesellschaft zur Förderung Erneuerbarer Energien aus Nürnberg“, da in beiden Fällen mit „aberwitzig hoch angegebenen elektrischen Wirkungsgraden und Finanz-Erträgen“ geworben wurde.

Website abgeschaltet, Staatsanwaltschaft ermittelt, Geschäftsführer verhaftet

Seit wenigen Wochen ist die Internetseite unter realwertinvest.de abgeschaltet. Und mehr noch: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden sitzen seit dem 22. November 2011 der Geschäftsführer Herr Matthias Schmidt und zwei weitere Personen kurzzeitig in Untersuchungshaft. Bei zwei Personen ist der Haftbefehl inzwischen außer Vollzug gesetzt worden. Ereilt der RWI Real Wert Invest nun das gleiche Schicksal, wie der GFE Unternehmensgruppe vor circa einem Jahr, als die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am 30.11.2010 acht Mitglieder aus der dortigen Geschäftsleitung verhaftete und die Gesellschaft wenig später Insolvenz anmelden musste. Erfahrungswerte besagen, dass derjenige, der Vermögenswerte sichern will, zügig handeln sollte.

Was geschädigten Investoren hilft und was nicht?

Das Bild einer zielführenden Vorgehensweise ist für den einzelnen Anleger, der nicht über die notwendigen Informationen verfügt und seinen Wissenstand nur aus Gerüchten, der Lektüre von Zeitungsmeldungen und aus dem Internet speist, derzeit unüberschaubar und keineswegs klar. Eine zügige Vorgehensweise ist zwar ratsam, aber man sollte auch nichts ins Blaue schießen. Deshalb hat ilex Rechtsanwälte & Steuerberater eine Geschädigtengemeinschaft gegründet, der sich bereits zahlreiche Investoren angeschlossen haben. Bei der Sozietät ilex Rechtsanwälte & Steuerberater gehen derzeit zahlreiche Informationen zum Sachverhalt ein, die sorgfältig ausgewertet werden. Zugleich werden öffentliche und auch nichtöffentliche Quellen ausgewertet, angefangen von Unterlagen aus dem Handelsregister, Bilanzen oder Strafermittlungsakten. U.a. bei den Staatsanwaltschaften Dresden und Lübeck wurde Akteneinsicht beantragt.

Dr. Ulrich Schulte am Hülse
Rechtsanwalt und Fachanwalt
für Bank- und Kapitalmarktrecht

Weitere Informationen zur Thematik finden Sie auf unserer Internetseite (http://www.ilex-recht.de)

Autor (ViSdP): Rechtsanwalt Dr. iur. Ulrich Schulte am Hülse, ilex Rechtsanwälte, 14469 Potsdam


Das Datum, an dem dieser Artikel eingestellt wurde, entspricht nicht zwingend dem Tag der Erstellung dieses Artikels. Bitte informieren Sie sich im Zweifel beim Autor oder einem anderen Fachmann über die Aktualität und Richtigkeit der Inhalte.


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